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Das Jugendsinfonieorchester im Probenlager

SCHMIEDEBERG 2019 – Probenlager des JSO Radebeul


Treffpunkt: 16 Uhr Kauflandparkplatz. Wie jedes Jahr. Bus und Busfahrer sind uns schon von der Fahrt nach Bratislava im letzten Schuljahr bekannt. Für manche wird es das erste, für andere das letzte Orchester-Probenlager in Schmiedeberg sein. Die Sitze werden in den vorhersehbaren Konstellationen belegt. Die Fahrt beginnt, man hat das Gefühl es ginge auf eine lange Reise, weit weg, an einen Ort, der vielen schon bekannt ist, den man aber immer wieder mit neuen Augen betrachten und entdecken kann. Doch die Fahrt geht überraschend schnell vorbei und schon begrüßt einen wieder die große Weihnachtspyramide des Martin-Luther-King-Hauses, als wäre sie nie weg gewesen, als hätte sie sich das ganze Jahr über gedreht. Auf dem Abend-Buffett stehen die üblichen Käse-, Wurst- und Gemüseplatten, die gleichen Brotsorten und Salate wie bereits im Jahr zuvor. Auch die abendliche Probe nimmt ähnliche Züge an, wie die der letzten Probenlager – man sitzt eher schlaff als aufrecht an seinem Pult, Energie und Motivation sind schon aufgebraucht und lassen sich erst durch Schlaf und ein ausgiebiges Frühstück wieder füllen.
Während mit dem jährlichen „Tabea-Spiel“ eine alte Orchestertradition wiederauflebt und alles so scheint, als würde es beim Alten bleiben, merkt man eine deutliche Veränderung über die folgenden zwei Tage hinweg. Eine Verbesserung unserer Orchesterstücke allemal, aber auch eine Veränderung in der Gemeinschaft, wie ich sie nur selten erlebt habe. Samstagmittag ist ein Spaziergang geplant; die freudigen, lachenden Gesichter, die vielen Konversationen und die herbstliche Hügellandschaft zaubern eine wohltuende und erholsame Atmosphäre, die über die vielen Proben bis zum Abendessen bestehen bleibt. Schnell spürt man den wachsenden Zusammenhalt, der sich auch in der Musik wiederspiegelt. Am Abend sorgt der Film „Bohemian Rhapsody“, entweder beim Mitsingen, Tanzen oder einfach nur Genießen, für viele Endorphine und eine entspannte Stimmung, die auch diesmal wieder durch ein langes „Tabea-Spiel“ weiter ausklingt.
Doch erst der nächste Tag und die Leidenschaft und Freude am gemeinsamen musizieren zeigt uns, wie weit uns das Wochenende gebracht hat. So greifen wir in einer geeigneten Pause nach unseren Instrumenten, packen die Orchesterstücke des letzten Schuljahrs aus und beginnen zu spielen. Mehr und mehr kommen dazu, bis schließlich das ganze Orchester im Raum steht oder sitzt und, egal ob neu oder „Alter Hase“ im Orchester, mit Noten oder aus dem Kopf, den Saal mit mächtigen, schönen Klängen füllt.
Langsam trudeln Eltern und Verwandte ein und suchen sich einen geeigneten Platz um unserem kleinen Konzert zu lauschen, während wir die verbleibenden zehn Minuten dazu verwenden, uns nach und nach am Klavier zu sammeln und „We are the Champions“ und „Believer“ zu trällern. Musik schafft Gemeinschaft. Gemeinschaft schafft Frieden. Lasst uns mehr Musik machen!
Ephraim Berthold