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Wohnzimmerkonzert Nr. 11

Am 27. Juni wird in diesem Jahr der „Tag der Architektur“ gefeiert.

YouTube Video "Tag der Architektur"

Von dem berühmten amerikanischen Vokalvirtuosen Bobby McFerrin, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, stammt folgender schöner Satz: „Musiker sind die Architekten des Himmels“. In der Tat scheint er damit Recht zu haben, denkt man vor allem an die überirdisch geniale Musik Johann Sebastian Bachs. Aber auch Bachs Zeitgenossen der Barockzeit verstanden sich auf die Architektur der Musik. Bis heute werden barocke Strukturen, wie die Fugentechnik, in den Werken moderner Komponisten verwendet und imitiert. Mit unserem heutigen Konzert wollen wir der Architektur dieser Musik näherkommen.

Wolfgang Newy (1927-2011) war ein deutscher Komponist und Akkordeonpädagoge. Aus seiner Feder stammt das Stück „Fughette“ für Akkordeonquartett, in dem er die Kompositionstechnik des barocken Kontrapunktes verwendet. Die Fughette ist eine kleinere Form der großangelegten Fuge. Das Akkordeonensemble „duOx2“ spielt dieses Werk in einer Video-Collage.

Im Jahre 1720 begann Johann Sebastian Bach (1685-1750) ein Klavierbüchlein für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann zusammenzustellen, um ihn kontinuierlich im Klavierspiel zu fördern. Er nannte es: Clavier-Büchlein vor Wilhelm Friedemann Bach. Die meisten darin enthaltenen Kompositionen waren Frühfassungen der Sammlungen „Wohltemperiertes Klavier“ und „Inventionen und Sinfonien“. Es sind für uns meisterhafte Lehrwerke barocker Polyphonie. Christoph spielt für Sie die zweistimmige Invention in C-Dur, BWV 772.

Auch für seine Frau Anna Magdalena stellte Johann Sebastian Bach 1722 und 1725 zwei Notenhefte zusammen, die Clavier-Büchlein vor Anna Magdalena Bachin. Sie beinhalten beliebte Klavierstücke der damaligen Zeit und eigene Werke, wie die Frühfassungen der „Französischen Suiten“. Danny spielt aus dem Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach das Menuett in G-Dur, welches lange Zeit Bach zugeschrieben wurde, aber eigentlich aus der Feder des „Kammerkomponisten am sächsischen Hof“, Christian Petzold (1677-1733) stammt.

Giuseppe Antonio Brescianello (1690-1758) war ein Vertreter des italienischen Barock, der viele Jahre als Musikdirektor am Württembergischen Hof in Stuttgart angestellt war. In seinen Kompositionen verschmelzen italienische, französische und deutsche Kompositionsstile. Zu seinem Œuvre gehören 18 Partiten für Gitarre, deren Handschriften in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden aufbewahrt werden. Aus der 10. Partita spielt Karl für Sie das Capriccio.

Eine weitere Sammlung kleiner Klavierstücke von Johann Sebastian Bach, die uns mit den Kompositionstechniken des Barock vertraut machen, ist der Band „Kleine Präludien und Fughetten“. Alexa spielt aus diesem Notenband das Präludium in e-Moll, BWV 938.

Ein großartiger zeitgenössischer Komponist ist der gebürtige Dresdner Michael Proksch (*1958), der es versteht, in seinen Klavierwerken für Kinder und Jugendliche Kompositionsstile aller Epochen zu vermitteln. In den vergangenen Wohnzimmerkonzerten erklangen bereits Werke von ihm. Heute spielt Arelia das Stück „Jetzt wird geHändelt“. Dieses Stück enthält Sequenzen der Passacaglia aus der Suite in g-Moll, HWV 432 von Georg Friedrich Händel.

Mit der Toccata in d-Moll beschließt Jakob auf dem Akkordeon unser 11. Wohnzimmerkonzert. Sie ist Teil des wohl berühmtesten Orgelwerkes von Johann Sebastian Bach – Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565.